Sing to the Moon, das Debüt von Laura Mvula aus 2013, ist ein ungewöhnliches Album. Es wurde damals direkt für den Mercury Prize nominiert – und das merkt man ihm an: künstlerisch eigenständig, konsequent und nicht auf schnellen Effekt gebaut.
Sing to the Moon erschien 2013.
In Stimmen und Schichten denken
Um das Album zu verstehen, hilft ein Blick auf ihren Hintergrund: Laura Mvula kommt nicht aus dem Pop, sondern aus der klassischen Musik und der Chorarbeit. Sie war Chorleiterin und Arrangeurin und denkt Musik in Stimmen, Schichten und Spannungen – nicht in Refrains und Hooks. Die eigene Stimme ist Teil eines Ganzen, nicht dessen Mittelpunkt.
Genau das hört man hier.
Die Arrangements bewegen sich ständig zwischen strange und melodisch. Klare, fast einfache Melodien – und darunter offene Harmonien, die nichts auflösen. Stilistisch erzählen die Stücke eher Zustände als Songs, eher innere Geschichten als klassische Dramaturgie.
Besonders spannend: der Chor.
Der Chor als innere Stimme
Er wirkt oft nicht wie Begleitung, sondern wie eine innere Stimme – etwas, das mitschwingt, erinnert oder trägt. Nicht erklärend, nicht dominant, aber immer präsent.
Das Ergebnis ist Musik, die gleichzeitig beruhigt und unruhig macht.
Beruhigend, weil nichts drängt.
Unruhig, weil nichts abgeschlossen wird.
Das ist kein Album für jedermann und nicht für jede Stunde. Es verlangt Ruhe, Zeit, Alleinhören. Keine Nebenbei-Musik!
Aber: Es lohnt sich, sich darauf einzulassen.
Was für mich bleibt
Am Ende ist es wie ein Buch, das sich am Anfang schwierig liest – und einen fesselt, sobald man einmal drin ist.
Wer das zunächst als zu schwere Kost empfindet, dem empfehle ich, auch in ihre jüngeren Veröffentlichungen reinzuhören.
Platte der Woche
Zum Weiterentdecken
Sing to the Moon ist eine Einladung, auf Stimmen, Arrangements und die Räume dazwischen zu achten. Hier kannst du Laura Mvulas Album selbst entdecken.
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