Sting – Mercury Falling

Von · persönliche Hörerfahrungen auf Klanggeschichten

Platte der Woche: Sting – Mercury Falling. Eigenes Schallplattenmotiv mit beschriftetem Label.

DIE GESCHICHTE IN KÜRZE

Für mich ist das das letzte Album, auf dem Sting so klingt, wie ich ihn eigentlich hören möchte. Diese Art, wie er mit seiner Stimme Geschichten erzählt – ruhig, eindringlich, fast zurückgenommen, aber gleichzeitig unglaublich präsent. Keine Effekte, keine große Inszenierung. Einfach Stimme, Musik u

Für mich ist das das letzte Album, auf dem Sting so klingt, wie ich ihn eigentlich hören möchte.

Mercury Falling erschien 1996.

Diese Art, wie er mit seiner Stimme Geschichten erzählt – ruhig, eindringlich, fast zurückgenommen, aber gleichzeitig unglaublich präsent. Keine Effekte, keine große Inszenierung. Einfach Stimme, Musik und Gefühl, das mich bis heute berührt.

Der Reggae-Einfluss, der ihn früher so geprägt hat, ist hier nur noch ganz leicht zu hören. Der steckt vor allem in seinen älteren Alben. Auf Mercury Falling tritt dafür etwas anderes in den Vordergrund: fast so etwas wie ein Barde – jemand, der Geschichten erzählt.

Sting als Erzähler

Das Album wirkt wie eine Sammlung von Beobachtungen und kleinen Geschichten: über Beziehungen, über Nähe und Distanz, über Zeit und Veränderung. Songs wie The Hounds of Winter oder You Still Touch Me sind ruhig, nachdenklich und sehr persönlich. Andere Stücke wie I Hung My Head erzählen fast wie kleine Kurzgeschichten – bildhaft und fast filmisch.

Es geht weniger um große Statements, sondern um Momentaufnahmen.

Er beschreibt mehr, als dass er inszeniert.

Vielleicht ist genau das der Punkt: Früher war es die Mischung aus Reggae, Jazz und Rhythmus, die ihn einzigartig gemacht hat.

Hier ist davon weniger übrig – dafür hört man den Erzähler.

Alles, was danach kam, war für mich irgendwie ein anderer Sting.

Vielleicht wollte er sich bewusst von genau diesem Klang lösen. Ein bisschen Rebellion, ein anderer Weg. Verständlich – aber genau dieser Sound hat ihn für mich besonders gemacht.

Ein Abschluss dieser Phase

Gerade deshalb wirkt Mercury Falling heute fast wie ein Abschluss dieser Phase.

Das Album ist neu aufgelegt worden und enthält viele starke Stücke. Es ist ein Album, bei dem man sich gerne hinsetzt und ihm einfach zuhört.

Wenn man sich damit beschäftigt, lohnt es sich, auch diese Alben wieder aus dem Schrank zu holen:

… Nothing Like the Sun – für mich damals der Zugang zu Sting.

The Soul Cages – persönlicher, dunkler, fast wie ein musikalisches Tagebuch.

The Dream of the Blue Turtles – der Anfang, stark vom Jazz geprägt.

Was für mich bleibt

Vielleicht merkt man im Rückblick: Das war die Phase, in der Sting seinen eigenen Klang gefunden hatte.

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