Tidal, Spotify und die Sache mit den Playlists – wenn aus Musikhören eine kleine Wissenschaft wird

Von · persönliche Hörerfahrungen auf Klanggeschichten

Meine HiFi-Geschichte: Tidal, Spotify und Playlists – KI-gestaltetes Titelbild mit Innuos ZENmini und Tablet mit Playlist-Covern

DIE GESCHICHTE IN KÜRZE

Seit 2019 höre ich mit TIDAL: Aus einem neuen Streamer wurden Monatsplaylists, persönliche Soundchecks und eine Galerie eigener KI-Cover. Meine Geschichte über Musik, Klang und die Freude am Sammeln.

Wie ein neuer Streamer, die Suche nach dem perfekten Klang und ein bisschen künstliche Intelligenz zu einer ziemlich umfangreichen Playlist-Sammlung führten.

Angefangen hat alles mit einem Streamer

Seit 2019 nutze ich TIDAL. Davor war Spotify mein musikalisches Zuhause. Wobei „davor“ nicht ganz stimmt, denn mein Spotify-Abo habe ich bis heute. Man weiß schließlich nie, wofür man es noch brauchen könnte.

Der eigentliche Auslöser für den Wechsel war damals eine neue Anschaffung: ein Innuos ZENmini. Ein Musikserver und Streamer, der deutlich mehr können sollte, als einfach nur Musik aus dem Internet abzuspielen.

Und wenn man schon in neue HiFi-Technik investiert, möchte man natürlich auch wissen, was klanglich damit möglich ist. Spotify bot damals noch kein verlustfreies Streaming an, Tidal dagegen schon. Und auch hochauflösende Musikformate waren dort verfügbar.

Also wechselte ich zu Tidal. Schließlich wollte ich das Potenzial meines neuen Streamers auch ausnutzen.

Dass damit eine jahrelange Beschäftigung mit Playlists beginnen würde, hatte ich damals allerdings nicht auf dem Plan.

Tidal oder Spotify – was klingt besser?

Eine Frage, über die sich wunderbar streiten lässt. Und die in HiFi-Foren vermutlich schon für mehr Diskussionen gesorgt hat als so manche politische Grundsatzfrage.

Meine persönliche Hörerfahrung ist jedenfalls interessant: Tidal klingt für mich ausgesprochen klar, präzise und manchmal fast ein wenig nüchtern. Spotify empfinde ich dagegen gelegentlich als etwas wärmer.

Das ist ausdrücklich keine wissenschaftliche Feststellung, sondern mein subjektiver Eindruck. Unterschiedliche Master-Versionen, Lautstärkeanpassungen und Wiedergabeeinstellungen können solche Vergleiche erheblich beeinflussen. Bei identischem Master und vergleichbaren Einstellungen müssen die Unterschiede keineswegs so ausfallen.

Trotzdem greife ich beim bewussten Musikhören meistens zu Tidal.

Denn ich höre gerne analytisch. Mich interessiert nicht nur, welche Instrumente spielen, sondern auch, wo sie sich im Raum befinden. Wie breit ist die Bühne? Wie weit reicht sie in die Tiefe? Steht die Stimme tatsächlich zwischen den Lautsprechern? Kann ich einzelne Instrumente voneinander unterscheiden?

Und manchmal entsteht bei einer guten Aufnahme dieser faszinierende dreidimensionale Eindruck, bei dem man fast vergisst, dass die Musik eigentlich aus zwei Lautsprechern kommt.

Genau solche Momente liebe ich.

Dabei ist mir durchaus bewusst, dass man Musik auch auf einer einfachen Anlage genießen kann. Aber wenn man einmal angefangen hat, auf solche Feinheiten zu achten, wird es schwierig, damit wieder aufzuhören.

Ein Monat, eine Playlist. Eigentlich ganz einfach.

Mit der Zeit begann ich, meine musikalischen Entdeckungen in Playlists zu sammeln.

Das Prinzip ist einfach: Alles, was ich im Januar neu entdecke und was mir gefällt, landet im Februar-Mix. Die Entdeckungen aus dem Februar kommen in die März-Liste. Und so geht es Monat für Monat weiter.

Die Playlists sind damit eine Art musikalisches Tagebuch – allerdings immer mit einem Monat Verzögerung.

Das Schöne daran: Wenn ich heute eine ältere Monatsliste aufrufe, entdecke ich oft Musik wieder, die ich damals zum ersten Mal gehört habe. Manche Songs sind längst zu festen Begleitern geworden, andere hatte ich zwischenzeitlich schon fast vergessen.

Natürlich blieb es nicht bei diesen zwölf Listen im Jahr.

Es kamen Sammlungen für bestimmte Stimmungen dazu, für besondere Stimmen, langsame Stücke, Klaviermusik, die 80er-Jahre und natürlich für Songs, die klanglich besonders interessant sind.

Und irgendwann entstand die nächste Idee.

Braucht eigentlich jeder Verstärker seine eigene Playlist?

Die vernünftige Antwort wäre vermutlich: Nein.

Meine Antwort war: Warum eigentlich nicht?

So entstanden spezielle Playlists für meine verschiedenen HiFi-Komponenten. Beispielsweise für den McIntosh MA252 oder die Kombination aus McIntosh C40 und MC7150. Dazu kamen Sammlungen für Lautsprecher wie meine Klipsch Cornwall und meine selbst gebauten, an DeVore orientierten Lautsprecher.

Die Idee dahinter ist durchaus ernst gemeint.

Bestimmte Aufnahmen eignen sich besonders gut, um Eigenschaften einer Anlage kennenzulernen. Manche zeigen, wie kontrolliert ein Lautsprecher tiefe Frequenzen wiedergibt. Andere machen Unterschiede bei Stimmen, Räumlichkeit, Dynamik oder feinen Details hörbar.

Und wenn ich einen neuen Verstärker anschließe oder an meinen selbst gebauten Lautsprechern etwas verändere, möchte ich natürlich möglichst vertraute Aufnahmen hören.

Deshalb gibt es mittlerweile sogar Playlists, die noch gar nicht richtig fertig sind. Sie wachsen mit jeder neuen Entdeckung. Manchmal höre ich einen Song und denke sofort: Der wäre perfekt für die McIntosh-Kombination. Oder genau das richtige Stück, um die räumliche Abbildung meiner selbst gebauten Lautsprecher auszuprobieren.

Ob man dafür tatsächlich so viele verschiedene Listen braucht?

Vermutlich nicht.

Aber das ist ja das Schöne an einem Hobby: Man muss nicht jede Beschäftigung mit ihrer absoluten Notwendigkeit begründen.

Und dann kam auch noch die KI dazu

Irgendwann hatte ich so viele Playlists, dass selbst eine halbwegs vernünftige Ordnerstruktur nicht mehr besonders übersichtlich war.

Also entstand die Idee, jeder Sammlung ein eigenes Cover zu geben.

Und weil ich mich ohnehin gerne mit künstlicher Intelligenz beschäftige, wollte ich ausprobieren, was sich damit gestalterisch machen lässt.

Aus einer kleinen Idee wurde, wie sollte es anders sein, das nächste Projekt.

Die monatlichen Playlists bekamen eigene Designs. Für die 80er-Jahre entstand eine passende Neonwelt. Die Soundcheck-Listen erhielten eine eher elegante, technische Gestaltung. Und für einzelne Verstärker und Lautsprecher gibt es inzwischen eigene Cover, die sich an den jeweiligen Geräten orientieren.

Besonders viel Spaß macht mir dabei, dass die Bilder nicht einfach nur dekorativ sind. Sie geben den Sammlungen eine eigene Identität. Ich erkenne inzwischen oft schon am Cover, welche Musik oder welche Anlage dahintersteckt.

Die KI übernimmt dabei die grafische Umsetzung. Die Ideen, die Musikauswahl und die Entscheidung, was zusammengehört, kommen weiterhin von mir.

Und weil man bei solchen Dingen offenbar auch ein wenig zur Übertreibung neigen kann, sind die Cover für sämtliche Monatslisten des Jahres 2027 bereits fertig.

Das eigentlich Lustige daran: Ich weiß heute noch überhaupt nicht, welche Musik ich in diesen Monaten entdecken werde. Schließlich landen ja immer die Entdeckungen des Vormonats in der jeweiligen Playlist.

Die Cover warten also gewissermaßen schon auf ihre Musik.

Man könnte sagen, ich habe damit ein organisatorisches Problem gelöst, das ich vorher gar nicht hatte.

Meine Playlist-Cover: eine kleine Galerie

Monatsmix, Lieblingsstücke und Soundchecks: Diese Cover habe ich mit Hilfe von KI für meine persönlichen Playlists gestaltet.

Ist das alles nicht ein bisschen übertrieben?

Wahrscheinlich schon.

Wenn ich mir die Sammlung inzwischen ansehe, muss ich selbst manchmal schmunzeln. Eigentlich wollte ich 2019 nur die bestmögliche Klangqualität aus meinem neuen Streamer herausholen.

Heute habe ich Monatsarchive, spezielle Soundcheck-Listen, Sammlungen für einzelne HiFi-Geräte und dazu eine kleine Galerie selbst gestalteter Cover.

Und ich ertappe mich gelegentlich dabei, länger über das passende Bild für eine Playlist nachzudenken, als es eigentlich vernünftig wäre.

Aber letztlich erfüllt das Ganze einen Zweck.

Ich entdecke dadurch immer wieder neue Musik, höre alte Aufnahmen bewusster und beschäftige mich intensiver mit dem, was ich eigentlich am liebsten mache: Musik hören.

Die Playlists sind für mich deshalb weit mehr als eine Sammlung von Songs. Sie dokumentieren Entdeckungen, Erinnerungen, musikalische Vorlieben und manchmal auch kleine Experimente mit meiner Anlage.

Und die Cover?

Die machen das Ganze einfach ein bisschen schöner.

Vielleicht ist das alles nicht unbedingt notwendig. Aber wenn ich meine Musikbibliothek heute öffne und durch die verschiedenen Sammlungen blättere, freue ich mich jedes Mal darüber.

Und ganz nebenbei hat mir die KI damit etwas ermöglicht, was ich ohne sie wahrscheinlich nie angefangen hätte: meine ganz persönliche Plattencover-Galerie.

Nur eine Sache sollte ich bei all der Beschäftigung mit Playlists, Coverdesigns und HiFi-Technik nicht vergessen:

Ab und zu einfach auf Play zu drücken.
Und Musik zu hören.

Wenn du magst, entdecke meine Playlists auf TIDAL und folge mir dort. Mehr über meinen Weg zum bewussten Hören erzähle ich in Musik ein zweites Mal entdecken – Teil 1.

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